Wasserspeicherkraftwerk 3

Gestern Abend wurde im Antoniushof über den neuesten Stand zum Wasserspeicherkraftwerk berichtet. Der Vorhabensträger Trianel war mit drei Experten aus dem eigenen Haus sowie einem „Fachbeiträger“ (Gutachter heißt das erst in einem späteren Planungsstadium) angetreten. Neben Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns als Gastgeber war noch der beim Wasserverband Eifel-Rur zuständige Vertreter Herbert Polczyck anwesend und hunderte von Bürgern aus Simmerath und den übrigen betroffenen Gemeinden Heimbach und Nideggen. Aus den verschiedenen Beiträgen wurde erkennbar: entschieden ist noch nichts. Das kann erst in späteren Planungsstadien erfolgen.

Abgeräumt durch Rahmensetzungen und die ersten Fachbeiträge scheinen die folgenden Punkte:

  • Der See wird nur für einen Sommer abgesenkt. Diese Vorgabe macht der WVER, weil er sonst seine wasserwirtschaftlichen Aufgaben (Hochwasserschutz, Trinkwasserversorgung, Industriewasser) nicht erfüllen kann.
  • Staumauern und Ufer sind durch das Vorhaben nicht gefährdet. Stützungsmassnahmen an Bauten im Randbereich des Ufers können notwendig werden.
  • Die Wasserqualität würde sich durch Ein- und Auslassen des Wassers mit einem höheren Sauerstoffgehalt verbessern.
  • Fischpopulationen sind bei Betrieb des Kraftwerks nicht gefährdet. Der Laich kann durch schwimmende Laichinseln geschützt werden. Probleme gibt es beim Bau des Kraftwerks aufgrund des niedrigen Wasserstands und geringen Sauerstoffgehalts, dem man durch Einspeisen von Sauerstoff begegnen kann.

Offen sind im derzeitigen Planungsstadium die folgenden Punkte:

  • Wie der Strom technisch und wirtschaftlich an das Bundesnetz angeschlossen werden kann, ist unklar. Von den ursprünglich fünf Trassen, sind noch drei in einer genaueren Prüfung (siehe Bild). Möglich ist durchaus, dass keine der Trassen realisierbar ist.
  • Erste Analysen prophezeien eine Strömung von 0,5m/sec am Grund und maximal 0,1m/sec (d.h. 6m/Minute) an einigen Stellen in der Woffelsbacher Buch. Oberflächenströmungen in anderen Bereichen des Sees schließt der Experte aus. Inwieweit dadurch Sedimente aufgewirbelt werden und das Wasser getrübt wird, ist unklar. Einig sind sich Experten, Wasserverband und Trianel, dass diese Strömungsgeschwindigkeiten und ihre Wirkungen zu stark sind. Andere Austrittsbauwerke und Austrittsrichtungen werden simuliert, um hier Abhilfe zu schaffen.
  • Die überwiegende Anzahl der Stege und Uferformationen sind für den je nach Wasserstand vorhandenen Hub zwischen 1,25 m und 2,00 m nicht geeignet. Hier sind erste Gespräche mit der GSR (Gemeinschaft Sportvereine am Rursee e.V.) im Hinblick auf den Auftrag für einen Fachbeitrag geführt worden. Kreative Lösungen sind denkbar, aber noch nicht im Detail erarbeitet.

 

Fazit: Ob der Bau erfolgt, hängt noch von vielen Prüfungen ab. Alle Teilnehmer auf dem Podium bekundeten stets, dass vorurteilsfrei untersucht wird und die Randbedingungen, Wasserwirtschaft des Talsperrenverbandes und touristische und wassersportliche Ziele, nicht eingeschränkt werden, weil sonst die Region mehr verliert, als sie und Deutschland gewinnt.

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