Winterlage

Unser Heimatexperte Franz-Josef Schröder hat sich von dem harten Winterwetter inspirieren lassen, über die Tiere in Wald und Flur rund um Woffelsbach nachzudenken. Hier sind seine lesenswerten Kenntnisse und Erkenntnisse:

„Der Winter hat uns jetzt fest im Griff. Eine wunderschöne, weißgefärbte Landschaft ist allerdings auch mit frostigen, ja fast sibirischen Temperaturen verbunden. Diese Wetterlage stellt für alle zurzeit hier lebenden Tiere ein großes Problem dar.

Während die meisten Säugetiere sich selber helfen, in dem sie an geeigneten Stellen Winterschlaf (Haselmaus, Gartenschläfer, Siebenschläfer, Igel) oder -ruhe (Eichhörnchen) halten, bauen sich weitere Säuger ein Nest in Spalten, Nistkästen und Bäumen (Baummarder, Wiesel) so wie kurz unterhalb der Erdoberfläche (Wühler oder Mäuse). Ähnlich verhalten sich Frösche, Schlangen, Eidechsen und Molche.

In einem unterirdischen Bau (Hase, Dachs, Fuchs, Maulwurf) oder einer Burg (Bieber), die jeweils weich und warm ausgepolstert werden, überwintern weitere Säugetiere. In oder in unmittelbarer Nähe dieser Behausungen werden ausreichend Vorräte für den Winter angelegt.

Rot- (Hirsch) und Rehwild so wie Schwarzwild (Wildschwein) finden aufgrund ihrer Natur noch genügend Nahrung in dem sie sich von Knospen, Rinden, Flechten und noch vorhandenen Früchten (auch Insekten und deren Larven) auf oder im Waldboden ernähren. Sollte es ganz arg werden (hohe Schneelage), helfen die Menschen mit Futterstellen nach.

Der schneebedeckte Garten- und Waldboden erschwert die Futtersuche unserer heimischen Vögel und macht sie teilweise unmöglich. Jetzt müssen wir Menschen helfen.

Wer erfreut sich nicht gern beim Anblick diverser Vögel aus nächster Nähe. Ob roter Bürzel, orangefarbener Schnabel, weißer Wange, blauer Brust oder roter Schwanz, die Beobachtung von (futter)-geschäftigen Vögeln macht sowohl Jung als auch Alt große Freude. Hat man selber keinen geeigneten Platz (Balkon oder Garten) am Haus sollte man seinen Nachbarn bitten. Er wird sicher nichts dagegen haben, ein Futterhaus, Nistkasten oder Futtermittel (Meisenknödel oder Nusszapfen) in einen nahe gelegenen Baum zu hängen. Im Übrigen macht es Sinn, Obst, dass man selber nicht verzehrt, am Baum hängen zu lassen.

Einige gefiederte Wintergäste kommen regelmäßig, manche lassen sich nur selten blicken und wiederum andere Vögel, – so genannte Teilzieher – sieht man nur übers andere Jahr. Stellt sich nun die Frage, was essen die einzelnen Vogelarten oder besser gesagt, wie kann man die Vögel für eine gute Beobachtungssituation anlocken:

Kohl- oder Blaumeise stehen auf Früchte und einer Mischung aus Körnern, Samen und Fett (Meisenknödel). Zaunkönig, Rotkehlchen, Specht und Amsel ernähren sich in der Regel von Insekten und Würmern, lassen sich aber auch von weichen Sämereien (z.B. Haferflocken) und Obst (Rosinen) ans Vogelhaus locken. Ähnliches bevorzugt auch der Gimpel, der keinen Sonnenblumenkern verschmäht. Mit Ausnahme des Grünfinken, der oft Gast am Vogelhaus ist, lassen sich Buch- und Bergfink nur selten in der Nähe des Menschen sehen. Wegen ihres kräftigen Schnabels suchen die Körnerfresser bevorzugt nach Körnern, Samen und Nüssen. Der Sperling oder Spatz ist kein Kostverächter und begnügt sich mit Allem, was die anderen Vögel liegen lassen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, ein Vogelhaus an exponierter – weil gut sichtbarer – Stelle zu installieren.“

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