Bagger kommt

Der Rursee wird ausgebaggert. Diese Entscheidung fiel heute beim Wasserverband Eifel-Rur. Und so sieht es ab Herbst vor Woffelsbach aus.

Es geht um die Insel bzw. Landzunge vor Woffelsbach. Etwa 2,634 Mio Kubikmeter Erdreich sollen dem See entnommen werden. Johannes Faßbinder vom Wasserverband meinte zu den Gründen: „Einmal wollen wir im Hinblick auf das Pumpspeicherkraftwerk das Stauvolumen vergrößern, zum anderen soll der Nationalpark erweitert werden.“ Segelboss Matthias Strang, Vorsitzender der GSR, der Gemeinschaft der Sportvereine am Rursee e.V., freut sich: „Die Insel war ja im letzten Jahr doch sehr störend für uns Wassersportler und seit Jahrzehnten laufen immer wieder Boote am Kermeterfelsen auf und beschädigen Kiel und Ruderblatt. Das hat jetzt ein Ende.“ Durch das größere Wasservolumen werden auch die Seeschwankungen beim Betrieb des Pumpspeicherkraftwerks kleiner. Man rechnet mit 0,43 m weniger Seehub.

Reinhold Jansen, Ortsvorsteher von Woffelsbach berichtet: „Nachdem feststand, dass gebaggert werden soll, hat die Rheinbraun den Ausschreibungswettbewerb gewonnen.“ Wie zu hören war, hatte sich mit Alec Hilger auch ein ortsansässiger Unternehmer um den Baggerjob beworben, kam aber offensichtlich nicht zum Zuge. Seine Bagger konnten offensichtlich nicht mit denen des Tagebaus bei Düren konkurrieren.

Der Abraum soll einerseits für die Erstellung des Damms in der Schilsbachbucht verwendet werden, der für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks gebraucht wird. Der größte Teil wird aber nach oben auf den Kermeter geschüttet.  Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns aus Simmerath freut sich: „Da wird die Fläche für Reh und Wildschwein im Nationalpark größer und wir können noch mehr Touristen anlocken.“

Ein Problem wird der Antransport des Baggers aus dem Dürener Raum darstellen. Bis Schwammenauel soll er mit eigener Kraft nachts über dann abgesperrte, öffentliche Straßen kommen. Anschließend wird er mit insgesamt 573 Pontons nach Woffelsbach verschifft. Ein ganzes Bundeswehrpionierbataillion wird hier Friedensdienst ganz neuer Art leisten.

Wenn die Aktion erfolgreich ist, könnte auch die Liebesinsel vor Eschauel noch weggebaggert werden – falls die Aktion nicht einer romantischen Bürgerinitiative von Paddlern und Kahnfahrern zum Opfer fällt. Den Plan, die Halbinsel Eichert zwischen Eschauel und Schwammenauel ebenfalls verschwinden zu lassen, hat man aufgegeben. Johannes Faßbinder: „Auf dem Eichert gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit Überreste von römischen Siedlungen. Wir wollen hier keine „Kölner Verhältnisse“, dass wir anfangen zu baggern und dann Archäologen uns jahrelang den Abbau stilllegen.“

Die erste Stufe, der Abbau der Insel vor Woffelsbach jedenfalls, soll in einem Jahr bis zum 01.04.2013 abgeschlossen sein.

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